- Bet Haqwarot

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Die Unterschiede
          und Gemeinsamkeiten



Was unterscheidet unsere Friedhöfe, Beerdigungen und Rituale, von denen der Juden ? Hier liegt der Unterschied, ein Jude wird nicht in dem Ort wo er wohnte, auf dem Friedhof beerdigt, der Leichnahm wird zu einem etwas entfernten, jüdischen Friedhof gebracht, dort wir der Leichnahm in einem "Waschhaus" dem "Taharahaus" dreimal mit jeweils neuem Wasser gereinigt, dem ersten Wasser wird dabei Lotus, dem zweiten Kampfer zugesetzt, die dritte Waschung erfolgt mit reinem Wasser. Die Leichenwaschung wird als gemeinschaftliche Pflicht der muslimischen Gemeinschaft angesehen. Sie ist nur eine von mehreren Anlässen, zu denen eine rituelle Reinigung („Ghusl“) des gesamten Körpers im Gasilhane stattfindet. Ziel ist weniger die Säuberung des Körpers als das Erreichen ritueller Reinheit („Tahāra“).

Auch im Judentum ist eine rituelle Ganzkörperwaschung des Verstorbenen vorgeschrieben, hier auch Tahara genannt. Sie wird oft durch eine von der Gemeinde eingerichtete Beerdigungsgesellschaft (Chewra Kadischa) durchgeführt. Sie findet kurz vor der Beerdigung, nach den Vorschriften innerhalb von drei Stunden vor der Beerdigung statt, um zu gewährleisten, dass der Leichnam bis zur Beerdigung im Zustand ritueller Reinheit bleibt und nicht wieder verunreinigt würde. Die Waschung kann in einem speziellen Taharahaus auf dem Friedhof oder auch zu Hause durchgeführt werden. Das Taharahaus besitzt einen steinernen Tisch für die Waschung und einen Ofen zum Erwärmen des Wassers, ist aber sonst einfach gehalten. Während der Waschung befinden sich die Verwanden mit Trauergesellschaft in einem Nebenraum um für den Verstorbenen zu beten.

Im Christentum
Im Christentum gehört die Leichenwaschung zwar nicht zum vorgeschriebenen religiösen Bestattungsritus, ist aber dennoch ein Teil der hygienischen Totenversorgung, also der Vorbereitung des Leichnams zur Bestattung.

Eine Mazewa (auch Matzevah, Matzewa; hebräisch מצבה = „Denkmal“, „Grabstein“) ist ein jüdischer Grabstein. Er wird ein Jahr nach der Bestattung in einer besonderen Zeremonie, Gilui Mazewa, gesetzt bzw. enthüllt und symbolisiert die Verpflichtung, Verstorbene nicht zu vergessen. Beim Besuch eines Grabes – besonders zur Jahrzeit – ist es üblich, dass Angehörige einen kleinen Stein auf den Grabstein legen und damit andeuten, dass der oder die Verstorbene nicht vergessen ist. Für diesen Brauch werden verschiedene Ursprünge vermutet. Verbreitet ist die Ansicht, dass in historischer Zeit die in der Wüste angelegten Gräber mit Steinen vor Wind und Futter suchenden Tieren gesichert wurden.
Bei unseren Besuchen auf Friedhöfen bringen wir unseren Verstorbenen einen Blumenstrauß, eine Blumenschale oder etwas derartiges mit um ihm zu zeigen das wir noch an ihn denken und verehren. Grabsteine lassen auch wir erst circa ein Jahr nach der Beerdigung setzten, da man davon ausgeht, dass sich das Grab in einem Jahr noch setzt, also absinkt - und somit wäre ein zu bald gesetzter Grabstein der Gefahr ausgesetzt, ein Stück mit einzusinken.

Der doch größte Unterschied dürfte darin liegen, dass die jüdischen Gesetzte verbieten, das im Laufe der Jahre etwas am Grab, und Grabstein verändert werden darf, denn anderst als bei uns gehört das Grab den Toten und nicht wie bei uns den Lebenden, die zu allen Möglichen- und Unmöglichen Zeiten ihre Gräber mit Blumen verschönern, die Grabsteine wieder aufrichten lassen - müssen - damit niemand zu Schaden kommt. Auch die Grabpflege ist in unserer Friedhofsodnung zwingend vorgeschrieben und unter Androhung der Übergabe an einen Gärtner mit Kosten tituliert. Auf jüdischen Friedhöfen reicht das jährliche Grasmähen völlig aus, dies wir dann auch noch von einem Friedhofverwalter ausgeführt.
Ein grasser Unterschied, der mir aber dennoch auffiel ist, das es den Anschein hat, auf einem jüdischen Friedhof kämen so gut wie nie, oder sehr selten Verwande vorbei, die sich um ihre Verstorbenen "kümmern". Sieht man auf einen evangelischen, oder katholischen Friedhof, so bemerkt man, das dort immer Betriebsamkeit herrscht, vor allem vor Feiertagen oder bevorstehenden Beerdigungen. In uns besteht der unaufhörliche Drang, "sein" Grab in Ordnung zu halten, "was sagen den die Leute" - ein immer wieder und oft ausgesprochener Satz - (den ich nicht mehr hören kann), denn was interessieren mich die "Anderen" - hat nicht jeder für sich selbst zu sorgen ? Hier bewundere ich dann wieder das, was ich am Anfang dieses Absatzes als einen "grassen Unterschied" beschrieb - die lockere Art mit diesem Thema umzugehen, nun fasziniert mich dieses !
Sehen Sie nun auch, mit welchen Augen ich dieses Thema aufnahm, was mir letztendlich wichtig erschien, die Kunst an der Fotografie ist hier total fehl am Platz, sie könnte, wenn überhaupt nur zur Dokomentation dieses Ortes und dessen Geschichte dienen - und das ist es was ich mit dieser Ausstellung bewirken möchte. Nun können sie meine Arbeit, bzw. meine Arbeiten der letzten sechzig Monate beurteilen und bewerten.
Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit und Beurteilung.
    
              Ihr Photograph Klaus Schwarz


 
 
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